Weinbau
Handwerklich und nah
Was bedeutet Weinbau für uns?
Jeder Winzer hat eigene Ansichten, ob es sich um den Weinberg handelt oder das Produkt im Glas.
Die Weinkultur braucht eine Pflege. Ist die Pflege gut, so dankt es die Rebe dem Menschen in dem Sie gut wächst, stark wird und gute Früchte ausbildet. Pflegt der Mensch jedoch zu akribisch und lässt kein Kraut mehr stehen, so schädigt der Eifer das Ziel eine gesunde Rebe zu haben.
Wie weit kann ich die Rebe ohne zutun Wachsen und Gedeihen lassen und wann benötigt Sie den Menschen? Eine Frage auf die jeder Winzer anders antwortet. Wichtig ist, dass man Sie sich stellt und sich immer wieder aufs neue fragt. Meine Reben liegen mir am Herzen und ich arbeite täglich daran Sie möglichst gut zu pflegen. 12.000 Unikate die sich in unseren Weinen präsentieren.

Lebensraum der Tiere
Der Weinberg ist nicht nur Standraum für Reben, Fahrgassen für den Traktor und Arbeitsplatz des Menschen sondern auch die Heimat vieler Tiere. Auf unseren Flächen findet man eine große Diversität an heimischen Tieren. Ob Karge Schiefersteillagen oder kraftvoll bewachsene Löss-Terassen, unsere Weinberge an der Lahn bieten viel Lebensraum für unterschiedliche Bewohner.
Sortenwahl
Bei der Sortenwahl gibt es für uns zwei Gesichtspunkte. Zum einen aus Erfahrung gut - das sind die Klassiker: Spätburgunder, Riesling und Müller-Thurgau. Diese bilden den Kern unserer Identität und sind Traditionell.
Und zum anderen die Innovation: Das sind die PiWi-Sorten (Pilz-Widerstandsfähige Rebsorten) Calardis blanc und Sauvigner gris. Diese ermöglichen uns eine schonendere Bewirtschaftung der Flächen und erlauben der Natur mehr Raum zum entfalten.
Anbaumethoden
In den flacheren Steillagen ist ein Einsatz mit dem Schmalspurtraktor möglich, mit dem wir viele der Arbeiten erledigen können. In den alten Lagen wirtschaften wir ganz klassisch noch mit dem Seilzug.
Unabhängig von der Bewirtschaftungsmöglichkeit mit dem Traktor wird in allen Weinberglagen die Handarbeit groß geschrieben und umfasst den größten Teil der Arbeit. Auch bei der Weinlese setzen wir auf die traditionelle Handlese, bei welcher wir immer selektieren.
Dünger und Pflanzenschutz
Aufgrund eines langjährigen Humusaufbau von Helge in den Steillagen, sind einige Böden bereits sehr ausgeglichen. Auf der rekultivierten Weinberglage im Adelhahn wird sukzessive eine langzeitliche Förderung von Bodenorganismen und Ergänzung mangelnder Nährstoffe angestrebt.
Im Pflanzenschutz setzen wir auf einen großen Teil der im ökologischen Weinbau zugelassenen Mittel und verzichten auf den Einsatz von Herbiziden.
Begrünung
Bei der Begrünung setzen wir voll auf die angestammten Pflanzengesellschaften, die sich durch natürliche Aussaat bilden. Diese sind in jedem Weinberg unterschiedlich, sodass wir eine große Artenvielfalt und Diversität in unseren Weinbergen finden.
Laubarbeiten
Die Monate Mai bis Juli sind angefüllt mit allerlei Arbeiten, unter anderem den Laubarbeiten. In dieser Zeit haben wir im Betrieb eine der jährlichen Arbeitsspitzen.
In welchem Klima wachsen unsere Weine?
Geschützt durch die umgebenden Berge des Taunus und des Westerwalds bildet das Lahntal eine eigene Klimazone mit höheren Temperaturen, niedrigeren Windgeschwindigkeiten und höherer Sonneneinstrahlung. Die Lage auf der Lee-Seite der Rheinkante sorgt für geringe Niederschlagsmengen. Im Allgemeinen sind im unteren Lahntal südliche und südwestliche Lagen warm und trocken, dort gedeihen unsere Weine und hier können sogar submediterrane Eichenwälder auftreten, wenn sie optimal geneigt sind. Nördliche und östliche Lagen genauso wie die Senken der Lahn und ihrer Nebenflüsse sind oft Kaltluftbecken und daher durch Spätfröste gefährdet. Typische, aber mittlerweile seltene Biotope dieser Senken sind Schluchtwälder.


